Die Stadt ist wirklich unglaublich. Ehrlich gesagt fast ein wenig wie London für mich. Diese große Geschichte, diese dichte, vibrierende Energie – und dann dieses allgegenwärtige Wasser, das alles noch einmal verstärkt. Venedig hat etwas Eigenes, etwas, das sofort unter die Haut geht. Während ich durch die Gassen wanderte, liefen in meinem Kopf ganze Filme ab. Man kann sich hier wirklich buchstäblich verirren: Du folgst einer schmalen Gasse, denkst dir nichts dabei – und plötzlich endet alles an einer Hauswand, oder direkt am Wasser. Einfach Schluss. Keine Brücke. Keine Abzweigung. Nur Stille und ein Kanal, der aussieht, als würde er dich anschauen und sagen: „Tja, mein Freund, da musst du jetzt wieder zurück.“
Und dann dachte ich mir, wie unglaublich schön, romantisch und wahrscheinlich auch ein bisschen mystisch es sein muss, mit einem Boot durch diese engen Kanäle zu fahren. Diese Kurven, diese Schatten, dieses leise Plätschern. Ich würde unbedingt einmal mit einer Gondel fahren – aber sicher nicht mit meinen Eltern, und alleine schon gar nicht. So etwas geht nur im romantischen Sinn. Mit jemand Besonderem.
Mit Lea.
Und genau bei diesem Gedanken, während ich durch die Gassen streifte, ist natürlich wieder mein Vermisspegel explodiert. Ins Unendliche. Halleluja. Ich sag’s dir. Diese Achterbahnfahrt, von der ich dir schon öfter erzählt habe – sie ist real. Ein Sturm der Gefühle, ein Auf und Ab der Sonderklasse. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, ob ich lachen, seufzen oder irgendwo laut „Warum?“ in die Nacht rufen soll.
Aber trotzdem – ich bin vor Ort. Und wenn man schon in Venedig ist, dann muss man die Zeit nutzen. Also wanderte ich weiter durch die Gassen, und das war großartig. Ich glaube, ich habe tausend Fotos gemacht. Gassen, Brücken, Kanäle. Einer schöner als der andere.
Zwar waren nicht so viele Touristen da, wie man vielleicht erwarten würde – aber genug, um an den Hotspots kaum allein zu sein. Deshalb bin ich am zweiten Tag ganz in der Früh noch einmal zur Rialto-Brücke gegangen. Natürlich waren auch da schon die ersten Touristen unterwegs, eh klar. Aber egal. Ich habe ein paar Fotos gemacht – und dann einen Schnappschuss, der so gut war, dass ich mir dachte: „Dafür hat sich das frühe Aufstehen definitiv ausgezahlt.“
Kulinarische Entdeckungen
Am spannendsten waren die Restaurants, die ich ausgesucht habe. Du kennst mich ja – ich mache das seit Jahren mit Google Maps. Ich scrolle durch die Rezensionen, sortiere aus, vergleiche, entscheide. Und ich sag’s dir: Das System hat sich schon so oft bewährt. Auch diesmal.
Natürlich habe ich darauf geachtet, Lokale zu finden, die ein wenig abseits liegen, etwas versteckt. Und genau das waren sie.
Beim ersten Restaurant sind wir zufällig vorbeigegangen. Ich habe kurz nachgelesen, ein paar Bewertungen gecheckt – und dann entschieden wir spontan, hineinzugehen. Das Essen war genial. Richtig gut. Und der Kellner war extrem professionell, freundlich und aufmerksam. Ich habe mir einen Wein empfehlen lassen – italienisch natürlich, aus der Umgebung – und er war hervorragend.
Das zweite Restaurant war schwieriger zu finden, aber die Mühe hat sich gelohnt. Sehr gut, sehr stilvoll, auch wieder etwas abseits.
Und das dritte… das war komplett anders. Total weit weg von allem Touristischen, eine kleine Bude, voll mit jungen Einheimischen. Genau das liebe ich ja. Dort habe ich Spaghetti mit Sepia gegessen – etwas, das ich vorher noch nie probiert hatte. Sehr spannend. Intensiv. Aber irgendwie passend zu Venedig, dieser Stadt voller Kontraste.
Die Bootsfahrt
Nach diesem Essen sind wir mit dem Boot zurück zum Hotel gefahren. Und das war wirklich ein Moment für die Seele. Wenn du am Abend durch die Kanäle gleitest, an den Palazzi vorbeifährst, diese Lichter, das Wasser, der Himmel… das hat Flair. Das hat Romantik. Das hat eine Art Poesie, die du nicht planen kannst.
Und ja – natürlich ist dabei wieder der Vermisspegel gestiegen. Was sonst.
Du siehst: Dieses Thema zieht sich durch alles, was ich mache. Wie ein roter Faden durchs Herz.