And now for something completely different. Die Macht der Wiederholung. Weihnachten im Loop. Da wird es jetzt schon fast meditativ. Solche Songs sind mir immer zu kurz, und ich höre sie deswegen öfter in der Dauerwiederholung. Das geht ja jetzt im digitalen Zeitalter ganz einfach – früher war das nicht so leicht. Aber früher gab es auch Kassetten, auf denen man sich seine „Playlist“ aufgenommen hat.
Und weil wir schon einmal beim Thema Jimi Hendrix waren: Da gibt es den Song Voodoo Child, der wohl eines der genialsten Gitarrensoli überhaupt enthält. Wobei „Gitarrensolo“ bei Hendrix relativ ist – seine Songs bestehen im Grunde fast nur aus Soli, die dann ab und zu vom Gesang unterbrochen bzw. eher begleitet werden.
Jedenfalls hat es mir Voodoo Child enorm angetan und – natürlich wie immer in solchen Fällen – ist alles viel zu kurz, und ich muss selbst Abhilfe schaffen. Da fällt mir ein, ich habe ja noch gar nicht die Geschichte mit der GR’s Rockshow und Wild Thing zu Ende erzählt. Das war ja das erste Mal, dass ich wirklich mit dieser Musik in Kontakt kam, und als ich das gesehen habe, dachte ich mir: Was bitte habe ich da gerade erlebt? WTF? Wobei … damals mit 15 habe ich „WTF“ noch nicht wirklich benutzt. Da habe ich noch alles auf Deutsch angeschaut und war des Englischen noch nicht so bewandert, und in der Schule haben wir „WTF“ auch noch nicht gelernt.
Jedenfalls bin ich ganz hin und weg und mache mich sofort auf die Suche, weil ich dieses Live-Konzert – es handelte sich um Jimi Plays Monterey, das legendäre Monterey Pop Festival von 1967 – unbedingt sehen wollte. Es gab damals ja noch kein Google und schon gar kein Amazon, wie du ja weißt. Da waren noch ganz andere Vertriebskanäle gefragt.
In Graz gab es den Plattenladen „MEKI“, die auch einen Versandhandel hatten und Musikvideos auf VHS verkauften. Die hatten sogar einen kleinen Katalog, den sie per Post verschickt haben. Und dann habe ich mit der Bestellkarte einfach das Video bestellt – und nach einer Woche hatte ich Jimi Plays Monterey in der Hand und habe es mir sofort angesehen.
Und als das Video zu Ende war, habe ich zurückgespult und mir das Ganze nochmal angesehen. Und dann ging mein altes Muster – wenn ich für etwas brenne, neige ich dazu, extrem zu werden – von vorne los, und ich habe alles gesammelt, was ich auf CD oder VHS bekommen konnte. Und so bin ich dann natürlich auch auf den Song Voodoo Child gestoßen.
Und weil er mir immer zu kurz war, habe ich den Gitarrenpart immer wieder hintereinander auf eine Kassette aufgenommen, bis ich eine 30-Minuten-Version hatte.