Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, obwohl ich so viel schreiben möchte. Gerade fühle ich mich sehr isoliert von dir. Als wäre ich ganz, wirklich ganz weit weg. Auf den Osterinseln. Irgendwo jedenfalls, wo ich nicht sein möchte. Alles ist irgendwie stumm und die Farben sind verblasst. Als würde ich zwischen unseren beiden Welten sitzen und durch eine dicke Glaskuppel schauen, durch die man aber wenig erkennen kann.

Eigentlich wollte ich etwas über Elvis erzählen und wie es dazu kam, dass ich mein Kinderzimmer mit 9 Jahren zu einem Elvis-Tempel umfunktioniert hatte. Und wäre es noch weiter zurückgegangen, als ich einmal von der Volksschule nach Hause kam und eine Vinylplatte von meinem Onkel entdeckt habe, bei der das Plattencover ganz schwarz war und selbst der Titel in Schwarz geschrieben stand: AC/DC – Back in Black. Was für ein Titel. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was das für eine Band war, ich war nur extrem fasziniert von dieser Glocke am Anfang des Liedes und dann der Gitarre und dem Songaufbau. Da bekam ich damals schon wirklich Gänsehaut.

Ich war ja mit Schlagern und Johnny Cash aufgewachsen. Und weil ich neugierig war, habe ich immer die Platten von meinem Onkel durchstöbert; er ist ja nur 9 Jahre älter als ich. Gut, so viele Platten hatte er nicht, aber ich dachte mir: Was für coole Musik hört er eigentlich?

Zur selben Zeit haben mich auch amerikanische LKW fasziniert. Und zufällig hatte mein bester Freund in der Schule das gleiche Interesse, und wir haben Zeitschriften über LKW getauscht und Poster. Und das ist meine stärkste Erinnerung aus dieser Zeit: Ich komme von der Schule nach Hause mit einem neuen coolen Poster, hab es im Wohnzimmer meiner Oma – das auch als Schlafzimmer meines Onkels fungiert hat – am Bett ausgebreitet, hab mir immer wieder Hells Bells angehört und dabei ganz fasziniert den coolen Mack oder Kenworth betrachtet.

Ja, und das war der Start zu einem ziemlich intensiven AC/DC-Marathon über viele Jahre, der nur noch von einem ganz anderen Künstler übertroffen wurde, nämlich Elvis. Das war auch irgendwie die Schuld meines besten Freundes in der Volksschule, weil: Wer war schon Elvis-Fan? Und als ich ihn dann die ersten Male besucht habe, habe ich seinen älteren Bruder kennengelernt, und der hatte dann wirklich sehr viele Platten zuhause – und dann ging die musikalische Reise gleich viele Wege auf einmal.

Zu meinem Onkel kann ich sagen: Er hatte dann eine weitere, für mich sehr spezielle Platte, die ich bis heute sehr liebe, und das war The Wizard von Uriah Heep. Was für ein Song. Eigentlich eher untypisch für diese Band, aber bis heute einfach genial – Text wie Musik. Und später habe ich dann erfahren, warum er diese Platten hatte. Leider nicht, weil er so cool gewesen wäre, sondern weil es die Buchgemeinschaft gab und man dort ja jedes Quartal etwas bestellen musste; sonst haben sie dir einfach etwas geschickt. Und so kam mein Onkel zu AC/DC und Uriah Heep. Aber immerhin: so auch zu mir.

Und zu Weihnachten bekam ich dann von meinen Eltern meine erste Elvis-Platte. Und das hat dann ein wenig zur Eskalation geführt, weil ich irgendwann ca. 150 Platten von Elvis hatte – und Bücher, Filme, Live-Shows auf Video, noch mehr Bücher und viele Poster und was weiß ich noch alles. Am Ende hat dann mein Kinderzimmer wie ein Elvis-Museum ausgesehen. Ich war Clubmitglied in einem Elvis-Club – und war erst 12.

Davon abgesehen haben wir uns dann sehr viel mit Musik aus den 60ern und 70ern beschäftigt. Aber alles schön Rock’n’Roll-lastig oder Country Rock. Natürlich Jerry Lee Lewis und vor allem CCR. Aber auch Dr. Hook usw.

Und so ging es dahin, bis ich 14 war und eines Samstagabends die GR’s Rock Show mit Gotthard Rieger im ORF lief und er am Ende einen „Oldie“ spielte: Jimi Hendrix mit Hey Joe, einem Lieblingssong von mir. Und dann noch Wild Thing. Und als ich das dann sah war überhaupt alles aus…… aber dazu ein anderes Mal mehr.

Es gibt ja sehr viele Weihnachtslieder und auch viele gute aber ich will dir wirklich nur jene vorspielen dir mir sehr viel bedeuten und mich auch emotional sehr berühren. Das ist mal was wirklich fröhliches.

https://www.youtube.com/watch?v=27sMIlSMqFE&list=RD27sMIlSMqFE&start_radio=1