Mir ist schon sehr klar das eine Weiterentwicklung nicht ohne Tun und ohne Übungen auskommt. Von daher freue ich mich jetzt sogar auf die gerade stattfindende Übung, einfach zu sein, alles zu spüren und nichts bewerten. Natürlich fließen auch die Gedanken, geht ja nicht ohne und dann kommen natürlich Fragen und Zweifel auf. Ist etwas passiert, habe ich etwas getan, hat sich etwas geändert, wie soll ich jetzt reagieren, soll ich noch warten, soll ich weiter nichts bewerten, soll ich doch etwas sage (schreiben). Atmen, ist schon mal ganz gut. Einfach sein. Die Gedanken beobachten. Spüren wie die verschiedenen Gefühle aufsteigen. Wo kommt diese Angst her, aus welchen Gedanken wird sie genährt, ist irgendwas davon real? Es scheint nicht so zu sein. Aha, sehr spannend, aber das Gefühl ist da, woher kommt das dann?
Und so geht es tiefer hinein und es wird immer spannender. Und gerade fühle ich so eine Mischung aus Befreiung und aufsteigender Angst, wobei Angst nicht der richtige Ausdruck ist. Es ist eine Art Druck, als müsste ich auf irgendetwas reagieren, irgendetwas tun. Als würde jemand etwas von mir erwarten. Und dann fühlt es sich eher an wie ein schlechtes Gewissen. Ich müsste das jetzt tun und tue es aber nicht und jemand ist enttäuscht bzw irgendwie böse auf mich. (Ich spreche hier auf keinen Fall von dir, das ist mein allgemein Thema, ein Grundrauschen)
Und dieses Gefühl, diffuse Angst, schlechtes Gewissen, dieser toxische Cocktail plagt mich mehr oder weniger tagein und tagaus. Und ich weiß nicht genau woher das alles kommt und warum es mich so plagt. Einen Teil trägt sicher das Verhalten meines Vaters in meiner Kindheit bei, er konnte extrem streng sein und heute sehe ich es schon so, das er psychisch gewalttätig sein konnte. Und wenn es dann soweit war dann kam diese enorm harte, dunkle Stimme, die sich bei mir eingebrannt hat und die mich erschaudern lies und die mich teilweise in eine Art von Schockstarre katapultierte. Interessanterweise habe ich das dann irgendwann verdrängt und vergessen. Erst später wieder, bei einer Gesprächstherapie kamen diese Erinnerungen wieder. Schon spannend wie die Psyche mit bestimmten Themen umgeht.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum ich dir das jetzt schreibe, im Grunde wollte ich mich nur bemerkbar machen und habe über die Stille von dir nachgedacht und mir dann gedacht ich reflektier das jetzt einfach mal so in einem Beitrag und schreibe darauf los und dann kamen diese Worte. Wobei das schon sehr spannend ist, weil ich hätte jetzt einfach schreiben können, ich vermisse dich und es ist hart wenn eine Stille zwischen uns eintritt. Aber das ist ja nur ein sehr oberflächlicher Gedankengang und so vieles liegt darunter und verursacht Gedanken und Gefühle.
Mir fällt grad auf, gleich sind es 24 Stunden. Das klingt einerseits so wenig und andererseits so unendlich lange.
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who has fallen deeply in love with her